Keine Zeit für Bücher? 5 Tipps, um im Alltag mehr zu lesen

Keine Zeit für Bücher? 5 Tipps, um im Alltag mehr zu lesen
Foto: Chris Benson / Unsplash

Kennst du das, wenn dich jemand fragt, was du gerade liest, und du feststellst, dass das letzte Buch, das du angefangen hast, seit Monaten auf dem Nachttisch vor sich hin staubt? Ich glaube, jeder hat Phasen, in denen einem gerade mal nicht nach Lesen ist oder man einfach nicht dazu kommt. Vielleicht möchtest du aber nicht länger darauf verzichten, es dir mal wieder mit einem Buch gemütlich zu machen! Für den Fall habe ich hier ein paar Vorschläge gesammelt, mit denen du nach einer Weile ganz von selbst zum nächsten Buch greifst.

Gleichzeitig eröffne ich hiermit die Leselisten, die du in Zukunft öfters bei buchgespür finden wirst. Ich finde, jedes Thema macht noch mehr Spaß, wenn es in eine Liste verpackt ist. Wenn du auch ein Fan von Listen und Büchern bist, bist du hier richtig und wirst ab jetzt regelmäßig Listen rund ums Thema Lesen finden. Jetzt geht’s aber los mit meinen Tipps für mehr Lesegenuss im Alltag!

1. Schwelge ein wenig in Buch-Nostalgie

Um sich der Lesestimmung erstmal wieder anzunähern, muss man nicht gleich zum 400-Seiten-Band greifen. Wie wäre es stattdessen erstmal mit einem Filmabend?

Hierfür bietet sich einer der erstaunlich vielen Filme über Buchliebhaber und Buchclubs an. Wenn ich „Der Jane Austen Club“ gesehen habe, ist mein Jane-Austen-Fieber gleich wieder da, nach „E-mail für dich“ sehne ich mich nach dem Leben in einem kleinen Buchladen… und den Film „Book Club“ habe ich nicht gesehen, er bestätigt aber mal wieder, dass sich Buchclubs für Komödien gut zu eignen scheinen.

Auch wenn es dir nach der Filmsession vermutlich noch nicht in den Fingern kribbelt, weil du jetzt unbedingt loslesen willst, begegnest du dem Lesen schon wieder entspannter als vorher. Immerhin schmunzelst du gerade liebevoll über Buchliebhaber anstatt dich zu ärgern, seit wie langer Zeit du nichts mehr gelesen hast.

2. Verabrede dich zum Lesedate

Das Lesen wird gleich attraktiver, wenn du es nicht als etwas siehst, das du alleine und abends machen musst, wenn du sowieso schon k.o. bist und deine Augen von viel zu vielen Emails schon ganz klein sind. Stattdessen kann es eine Gelegenheit sein, Freunde zu treffen, ein Glas Wein zu trinken und sich gut zu unterhalten – du merkst, worauf ich hinauswill: Gründe einen Buchclub!

Plant den Buchclub erstmal nur für ein Treffen und ganz ohne Commitment darüber hinaus. Aber zu zweit oder mit ein paar Freunden über ein Buch diskutieren, das ihr alle gelesen habt – das motiviert.

Und ein Buchclub-Abend ist, ähnlich wie ein Abend beim Pubquiz, einfach lustig, weil es immer Spaß macht, mit Freunden über ein Thema zu diskutieren, das sonst nicht auf den Tisch kommen würde.

Die Lust aufs Lesen weckt so ein Buchclub wie von selbst. Einerseits näherst du dich mit jeder Seite dem Treffen mit deinen Freunden, andererseits ist es beim Lesen ziemlich lustig, wenn du dir denkst: Oje, ich weiß genau, was Sara zu der Stelle sagen wird… Und du musst dir keine Sorgen mehr um deine Eigenmotivation machen – lesen wirst du, und zwar spätestens (wie ich immer) in der Nacht vor eurem Treffen.

Bild von Freunden im Café die mit Getränken anstoßen
Foto: Nathan Dumlao / Unsplash

Dass du liest, hast du jetzt also sichergestellt. Jetzt schließt sich die Frage an, was es denn werden soll!

Für euer Treffen solltet ihr auf jeden Fall ein Buch nehmen, auf das ihr alle Lust habt. Zumindest am Anfang ist das ein wichtiges Kriterium – falls ihr ihn später noch weiterführt, kann der Buchclub auch gerade deshalb reizvoll sein, weil du dadurch Bücher liest, die du sonst womöglich gar nicht in die Hand nehmen würdest.

3. Lass dich von Buchliebhabern inspirieren

Die Suche nach dem richtigen Buch kann sehr viel Spaß machen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie du entspannt und unterhaltsam Inspiration für neue Lektüre finden kannst. Neben Buchblogs, die manchmal ganz gute Ideen haben, bieten sich auch Literatur-Podcasts an.

Davon gibt es einige – probier einfach mal ein paar aus. Ich höre besonders gerne „Die Literaturagenten“, da geht es um Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt und zu fast allen Büchern interviewen die Moderatoren die Autorin, den Übersetzer oder eine Leserin dazu. Habt ihr Literatur-Podcasts, die ihr gerne hört? Schreibt gerne einen Kommentar, ich freu mich über jeden Tipp!

Ich finde, zum Wiedereinstieg ins Lesen bieten sich manche Bücher einfach mehr als andere an – es hilft, wenn das Buch einen gleich packt und einen in Lesestimmung katapultiert. Deshalb möchte ich bei buchgespür in Zukunft auch Bücher empfehlen, die sich – wie ich finde – besonders gut eignen, um wieder ins Lesen einzusteigen. Dafür werde ich bald eine eigene Kategorie eröffnen.

4. Entdecke deine Liebe zum Buch neu

Foto: Seven Shooter / Unsplash

Jetzt hast du also schon ein paar Anregungen gehört und bist bestimmt auf Bücher gestoßen, die dich interessieren. Welches es aber werden soll, weißt du noch nicht?

Dann bietet sich ein Besuch in der Bücherei an – hier gibt es so viel zu entdecken und auch Bücher, die du vielleicht nicht gleich kaufen willst, kannst du einfach mitnehmen und zuhause reinblättern. Wenn du dann nach einem Nachmittag in der Bücherei auf einmal einen ganzen Stapel neben dem Sessel stehen hast, wird die Lust zu lesen sicher geweckt!

Denn selbst wenn dich das oberste Buch vom Stapel gerade nicht anspricht, findest du vermutlich weiter unten eins, das sich ganz von selbst aufschlägt.

Und dann: Lies mit Selbstbewusstsein! Lesen kann einerseits viel mit Lust, Entspannung und Abschalten zu tun haben. Andererseits haben Bücher auch eine ungeheuer wichtige Aufgabe in der Gesellschaft. Sie zeigen dir Perspektiven, zu denen du sonst keinen Zugang hättest, und Konflikte jenseits deiner Erfahrung. So gehst du innerlich ein Stück von deinen eigenen Themen weg.

Lesen kann ein Statement sein – nicht für ein Vorzeige-Buchregal, sondern als Bekenntnis zu Lebendigkeit, Empathie, Interesse an der Gesellschaft, Offenheit und Diversität. Indem du liest, kannst du auch Autoren, Buchläden und Verlage unterstützen – und ohne die wollte ich es mir jedenfalls nicht vorstellen.

5. Genieße das Lesen

Der Alltag wird immer wieder zwischen dich und das Lesen kommen. Was hilft, ist einerseits die Leselust hochzuhalten und andererseits das Lesen zur Gewohnheit zu machen. Wenn du dir das Lesen automatisch und selbstverständlich gönnst, ist es nichts mehr, was du dir vornehmen musst.

Um aus dem Lesen eine Gewohnheit zu machen, gibt es die altbewährten Methoden: Nutze die Wartezeit beim Arzt oder U-Bahnfahrten oder leg dir dein Buch aufs Kopfkissen, damit du vor dem Schlafen noch ein paar Seiten mitnimmst. Vielleicht findest du deinen Moment im Alltag, an dem du besonders leicht zum Buch greifen kannst.

Das Lesen auf die Art im Alltag zu verankern, kann sehr hilfreich sein. Es sich aktiv zu gönnen und so richtig zu genießen, funktioniert bei mir aber noch viel besser.

Ich verabrede mich mit meinem Buch auf einen Kaffee – mal zuhause, mal im Café, mal im Park. Darauf freue ich mich dann schon den ganzen Tag und das Lesen wird ein Raum, in dem ich mir Zeit für mich nehme. Ganz anders als das Wartezimmer beim Arzt.

Ob du dir angewöhnst, das Lesen zu zelebrieren oder dein Buch doch lieber auf der Busfahrt rausziehst, du findest sicher das richtige Format für dich. Ich hoffe, du hast hier einige Anregungen gefunden und vor allem schon ein bisschen Leselust bekommen!

Wie baut ihr das Lesen am liebsten in den Alltag ein? Wann und wo lest ihr am liebsten? Und kennt ihr das auch, so lange nicht zum Lesen zu kommen? Ich bin sehr neugierig auf eure Erfahrungen!

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